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28.01.2010
Kläranlage Voitsberg - Am neuesten Stand der Technik - Eine Investition die sich gelohnt hat!

Fast 4 Jahre wurde an der Kläranlage des Reinhalteverbands Voitsberg (mit Voitsberg, Rostental, Bärnbach, Piberegg, Kohlschwarz und Piber) geplant und gebaut, jetzt entspricht sie wieder dem modernsten Stand der Technik und ist für einen Einwohnerwert von 32.000 konzipiert. Vor 27 Jahren wurde sie installiert. Nach dem Umbau erreicht sie eine Reinigungsleistung von 96 bis 98% am organischen Anteil. Die Stickstoffelimination beträgt 80%, hier sind 70% gefordert. Die Phosphatelimination beläuft sich auf 95%, die hydraulische Auslastung der Anlage beträgt 95% im Jahresmittel, an Spitzenwerten sind es 179%.

 

Die Verbandskläranlage sorgt nicht nur für sauberes Wasser, sondern es fallen auch Produkte ab. Rund 600 kg Rechengut fallen pro Woche an, sie werden als Restmüll entsorgt. Die physikalisch abgetrennten Fette und Öle gehen in die Faulung und dienen als Treibstoff. Der physikalisch-mechanisch abgetrennte Sand wird deponiert. An Klärschlamm fallen pro Tag rund 3.500 kg ab, zur Zeit beträgt die Trockensubstanz 28%. Dieser Klärschlamm geht in die Vererdung bzw. in die Verbrennung. Die rd. 600 m³ Biogas pro Tag sind hochexplosiv und werden mittels Gasturbine (Energie) oder Heizkessel (Wärme) verwertet. Die durchschnittliche Energieausbeute in 24 Stunden auf der Verbandskläranlage Voitsberg betragen rd. 600 kWh. Das heißt, dass die Anlage die Hälfte ihres Energiebedarfs selbst erzeugt.

 

Um- oder neugebaut wurde fast alles. Vom Betriebsgebäude, das vergrößert wurde, über das Rechengebäude, den Sand- und Fettfang bis hin zu den Becken – ein Belebungsbecken wurde komplett neu gebaut – und dem neuen Kollektorgang, der eine unterirdische Verbindung von Belebungsbecken zur Nachklärung darstellt und wo sämtliche Steuerungs- und Pumpeneinheiten für die Manipulation der Belebungsbecken beheimatet sind.

 

Besonders stolz ist man auf die Schneckenpresse für den Klärschlamm. Das ist ein langsamlaufendes Entwässerungssystem  mit hohem Entwässerungsgrad. Der Anteil der Trockensubstanz konnte dadurch  von 18 auf 28% gesteigert werden. Das bedeute, dass man statt der 1.500 Tonnen nur noch 850 Tonnen Schlamm zu entsorgen hat und damit Kosten spart. Die wesentlichen um- bzw. neugebauten Anlagenteile in Abwasserflussrichtung sind

·      Stufenrechen mit Rechengutpresse und Fäkalienübernahmestation

·      Belüfter, Sand- und Fettfang mit Sandwäscher und Sandklassierer

·      2 adaptierte Vorklärbecken (V = 390 m³) mit neuen Bandräumern und prozessgesteuerten Schlammhebern.

·      Zwischenhebewerk mit 4 drehzahlgeregelten Kreiselpumpen

·      Belebungsbecken 1-3 (V = 2.910 m³) aufgehöht Wasserspiegelhebung um 1,1 m neue Maschinen, neue Steuerung.

·      Belebungsbecken 4-6 neu (V = 2.430 m³)

·      Unterirdischer Kollektorgang zur Verbindung der wesentlichen Anlagenteile mit Rohren bis 800 mm Durchmesser.

·      3 Nachklärbecken (V = 3.700 m³) aufgehöht Wasserspiegelanhebung. Neue Bandräumer und Ablaufvorrichtung.

·      Klärschlammeindeckmaschine (MÜSE)

·      Scheckenpresse zur Klärschlammentwässerung

·      Adaptierung und Neuinstallation der Schlammfaulanlage (1.500 m³) zur BIOGAS-Produktion.

·      Gasturbine 65 kW

·      Aufstockung und Neueinteilung des Betriebsgebäudes

 

Die Generalplanung, Bauaufsicht und Förderungsabwicklung erfolgt durch das Ingenos-Büro Ligist unter der Projektleitung von DI Johann Edegger.

 

In der Planung mitgewirkt haben das ZT-Büro Acham, Voitsberg für die Statik und BauKG sowie das Techn. Büro Steinwender, Wien.

 

Nach Inbetriebnahme der Anlage wurde das Büro Ingenos mit der Unterstützung der Betriebsleitung beauftragt.

 

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